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Abenteurerin im Zimmererhandwerk

"Das Arbeiten mit Holz macht mir wahnsinnig Spaß", erzählt die angehende Zimmerin Leonie Schnetz. Aktuell ist sie im 2. Ausbildungsjahr.

Leonie Schnetz (20) ist Abenteurerin und angehende Zimmerin. Sieben Monate lebte sie als Schülerin auf einem Dreimast-Segelschiff. Es ging von Kiel, über England nach Panama und über die Bermuda-Inseln wieder zurück. Das war im Rahmen ihres Auslandsjahres „Klassenzimmer unter Segeln“. Dabei kümmerte sie sich auch um die Schiffsmaschinen und erzählt: „Danach dachte ich, dass ein Maschinenbau-Studium das Richtige für mich ist.“

Doch nach einigen Monaten Online-Unterricht stellte sie fest: „Es taugt mir überhaupt nicht, wenn ich so lange vor dem PC sitze. Am liebsten bin ich draußen“ Deshalb macht sie seit vergangenem September eine Ausbildung zur Zimmerin im Innungsbetrieb Zimmerei L. und H. Keilholz in Nürnberg.

 „Ich finde es sehr schön, dass wir ein ganzes Haus bauen können“

Schon als Kind faszinierte sie der Baustoff Holz und die handwerkliche Arbeit. „Mein Papa ist Holz- und Steinbildhauer. Er macht große Skulpturen und ich habe ihm oft dabei geholfen“, denn: „Das Arbeiten mit Holz macht mir wahnsinnig Spaß.“ Bei ihrer Berufswahl schwankte sie später zwischen Schreinerin und Zimmerin.

Folgendes überzeugte sie schließlich, Zimmerin zu werden: „Ich finde es sehr schön, dass wir ein ganzes Haus bauen können“, sagt sie: „Das habe ich später auch mal vor oder ich möchte einen alten Bauernhof herrichten.“ Außerdem findet sie es spannend, dass sie als Zimmerer-Azubi einen Einblick in andere Gewerke bekommt: „In der Überbetrieblichen Ausbildung haben wir zum Beispiel gerade einen Trockenbaukurs.“

Teamwork ist gefragt: (v.l.) Leonie Schnetz, Vorarbeiter Winfried Bauer und Geschäftsführer des Innungsbetriebs Georg Keilholz.

In der Berufsschule und in ihrem Betrieb ist sie zum Großteil von Männern umgeben. Doch damit hat Leonie Schnetz kein Problem: „Auch in meiner Freizeit bin ich meistens mit Jungs unterwegs, zum Beispiel bei der Freiwilligen Feuerwehr.“ Von dort ist sie es bereits gewohnt, körperlich zu arbeiten. Doch viele Muckis zu haben, ist als Zimmerin nicht entscheidend, sagt sie: „Am Anfang der Ausbildung haben einige Jungs auch noch nicht so viel Kraft, aber das kommt alles mit der Zeit.“

Ihr berufliches Ziel: Zimmermeisterin werden

Sie motiviert junge Frauen, ins Zimmererhandwerk reinzuschnuppern: „Wer es interessant findet, sollte es einfach mal ausprobieren“, denn so hat es Leonie Schnetz auch gemacht. Sie hat eine Woche in ihrem Ausbildungsbetrieb probegearbeitet und danach gleich ihre Lehre begonnen. Ihr Ziel: „Ich möchte Zimmermeisterin werden – davon gibt es ja noch nicht so viele“, lacht sie.

Auch in ihrer Freizeit arbeitet sie handwerklich: „Ich schmiede gerne, zum Beispiel Messer oder Kleiderhaken.“ Neben ihrem Einsatz bei der Feuerwehr engagiert sie sich außerdem beim Verein Arche Bauernhof Erlangen und kümmert sich mit weiteren Freiwilligen um die ökologische Bewirtschaftung von Feldern, um Hühner und über 20 Schafe. Am liebsten ist sie eben an der frischen Luft – auch als Zimmerin.


Naturverbunden: Leonie Schnetz kümmert sich mit weiteren Freiwilligen um über 20 Schafe. Auch als Zimmerin genießt sie es, an der frischen Luft zu sein.

In ihrer Freizeit arbeitet sie gerne handwerklich und schnitzt etwa Holzskulpturen.

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