| Prävention

"Arbeitsschutz ist Chefsache"

Präventionsexperte der BG BAU: Dipl.-Ing. Univ. Patrick Schlembach.

Wer als Mitgliedsbetrieb am Präventionsprogramm „BAU AUF BAU“ teilnimmt und noch andere Voraussetzungen erfüllt, kann von Arbeitsschutzprämien der BG BAU in Höhe von bis zu 5000 Euro profitieren. Im Interview erklärt der Präventionsexperte der BG BAU, Dipl.- Ing. Univ. Patrick Schlembach, wie das funktioniert.

 

Die BG BAU bezuschusst Maßnahmen zur Absturzsicherung. Dabei gibt es Fördergelder, die vom eigenen BG-Beitrag unabhängig sind. Diese erhalten etwa Unternehmen, die an der Selbstbewertung „BAU AUF BAU“ teilgenommen haben.

 

Dann gliedert sich die Förderung in drei Stufen von 3000 Euro, 5000 Euro und 10 000 Euro je Kalenderjahr:

  1. Mit bis zu 3000 Euro p.a. werden gewerbliche Mitgliedsunternehmen der BG BAU gefördert, die eine Gefährdungsbeurteilung bei Absturzgefährdung erstellt haben, an einer Beratung zur Absturzprävention durch eine Aufsichtsperson der BG BAU (oder Dienste der BG BAU) teilgenommen haben und eine betriebliche Erklärung zur Absturzprävention unterschrieben haben
  2. Mit bis zu 5000 Euro wird bezuschusst, wer zusätzlich zu den vorher genannten Bedingungen noch an "BAU AUF BAU" (oder AMS BAU) teilgenommen hat
  3. Bis zu 10 000 Euro erhalten Unternehmen, in denen zusätzlich mindestens eine Führungskraft am Seminar "Absturzprävention" teilgenommen hat

 


 

Herr Schlembach, wer kann am Präventionsprogramm „BAU AUF BAU“ teilnehmen?
Patrick Schlembach: "Jeder Mitgliedsbetrieb der BG BAU"

 

In einem „BAU AUF BAU-Selbsttest“ kontrollieren Betriebe zunächst selbstständig ihren Arbeitsschutz. Welche Fragen muss ich dabei beantworten?

„Wir haben die gesetzlichen Anforderungen in vier Themenbereiche zusammengefasst. Im ersten geht es um die Verantwortung: Wer erledigt in meinem Betrieb welche Aufgaben, mit denen besondere Anforderungen verbunden sind? Ein weiteres zentrales Thema ist die Gefährdungsbeurteilung, in der die Schutzmaßnahmen bei der Arbeit festgelegt sind.

 

Hinzu kommen Fragen über die Organisation der Ersten Hilfe und des Brandschutzes. Letztes Thema ist die Unterweisung, durch die sichergestellt ist, dass die Beschäftigten alle Informationen erhalten, damit sie sicher arbeiten können“

 

Und was ist zu tun, wenn ich währenddessen merke, dass ich sicherheitstechnisch doch noch nachrüsten muss?

„Betriebe sollten sich nicht scheuen, sich von unseren Aufsichtspersonen oder unserem sicherheitstechnischen Dienst beraten zu lassen. Unsere Experten wissen genau, welche Anforderungen erfüllt werden müssen und können Lösungsmöglichkeiten vorschlagen"

 

Und wie geht es nach dieser Selbstbeurteilung weiter?

"Wer BAU AUF BAU in seinem Betrieb umsetzt, kann – wenn er möchte – eine Aufsichtsperson bitten, alles zu überprüfen. Wenn notwendig, gibt diese dem Unternehmen Hinweise, an welchen Stellen vielleicht nochmal nachgebessert werden muss.

 

Wenn alles im Rahmen ist: Prima! Wenn der Betrieb möchte, stellen wir eine Teilnahme- Bescheinigung darüber aus. Vielleicht verschafft ihm diese bei der richtigen Gelegenheit den entscheidenden Vorsprung im Wettbewerb?"

 

Warum würden Sie bei „BAU AUF BAU“ mitmachen, wenn Sie Unternehmer wären?

„Allen Unternehmern ist bewusst, dass sie die Verantwortung für den Arbeitsschutz in ihrem Betrieb tragen. Aber was heißt das konkret? Als Unternehmer und Unternehmerin möchte ich doch wissen: Was muss ich für den Arbeitsschutz tun? Gibt es noch Lücken oder habe ich mich bestens organisiert? Solange ich darauf keine konkreten Antworten habe, bleibt Unsicherheit.

 

BAU AUF BAU konzentriert sich auf die Dinge, die gesetzlich eingefordert werden. So haben sie die Chance, effektiv zum Ergebnis zu kommen: Ich habe mich um alles gekümmert und bin für den Ernstfall gewappnet. Arbeitsschutz ist schließlich Chefsache“

 

Und wie viele Betriebe in Deutschland haben bereits daran teilgenommen?

"Leider ist die Resonanz noch sehr zögerlich. Einen deutlichen Impuls erwarten wir uns durch die schon angesprochenen beitragsunabhängigen Förderungen von Arbeitsschutzprämien zur Absturzprävention.

 

Wer BAU AUF BAU neben anderen Voraussetzungen erfüllt hat, hat die Möglichkeit, Förderungen bis zu 5000 Euro zu erhalten. Alle Informationen dazu finden Sie unter dem Stichwort „Arbeitsschutzprämien“ unter www.bgbau.de"

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