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Interview: "Jeder Sonnenbrand hinterlässt deutliche Spuren"

Vier bis sechs Esslöffel Sonnencreme braucht es, um den ganzen Körper ausreichend vor UV-Strahlung zu schützen. Außerdem sollte alle zwei Stunden nachgecremt werden.

Zimmerer auf dem Dach sind der Sonne besonders ausgesetzt. Wer sich dagegen nicht schützt und häufig einen Sonnenbrand hat, steigert sein Risiko Hautkrebs zu bekommen.

Im Interview erklärt der stellvertretende Leiter der Hauptabteilung Prävention der BG BAU, Prof. Frank Werner, warum weißer Hautkrebs die häufigste Berufskrankheit bei BG-Versicherten ist und wie viele Esslöffel Sonnencreme benötigt werden, um den ganzen Körper einzuschmieren.

Herr Professor Werner, wie gefährlich ist ein Sonnenbrand?

Prof. Frank Werner: Zwar sieht es so aus, als ob sich unsere Haut nach einem Sonnenbrand schnell erholt, aber in den tieferen Hautschichten hinterlässt jeder Sonnenbrand deutliche Spuren. Die Folgen können eine frühzeitige Hautalterung, Pigmentschäden, aber auch die Entstehung von Hautkrebs sein. Man kann es so formulieren: Unsere Haut vergisst nichts.

Und wann zeigen sich die Folgen von häufigen Sonnenbränden?

Nach einem Sonnenbrand rötet sich die Haut mehr oder weniger stark, das vergeht in der Regel nach einigen Tagen wieder. Die Schädigung vergeht allerdings nicht! Und die Auswirkungen von häufigen Sonnenbränden zeigen sich erst nach Jahren und Jahrzehnten - leider oft in Form von Hautkrebs oder Vorstufen davon.

Weißer Hautkrebs ist die Berufskrankheit, die bei der BG BAU am häufigsten angezeigt wird. Woran liegt das?

Ein großer Teil der BG-Versicherten sind Outdoor-Worker, sie arbeiten im Freien und sind direkt solarer UV-Strahlung ausgesetzt. Was wir heute an Verdachtsanzeigen für den weißen Hautkrebs (siehe Infokasten unten) haben, sind die Folgen früherer Jahrzehnte, in denen sich auf dem Bau kaum jemand gegen die Sonne geschützt hat.

Zimmerer auf dem Dach sind der Sonne ausgesetzt. Wie können sie sich schützen?

Im Einzelfall mag es möglich sein, die Arbeiten in weniger sonnenintensiven Zeiten zu erledigen. Doch für Zimmerer bleiben im Wesentlichen persönliche Schutzmaßnahmen: Dazu gehören das Tragen langer Kleidung und einer Kopfbedeckung (Helm bei Helmpflicht) mit Nackenschutz sowie das regelmäßige Eincremen exponierter Stellen wie Gesicht, Ohren und Handrücken.

Und wie viele Esslöffel Sonnencreme brauche ich, um den ganzen Körper einzuschmieren?

Je nach Quellenangabe circa vier bis sechs Esslöffel Sonnenschutz-Creme. Wichtig ist außerdem, dass alle zwei Stunden nachgecremt wird, um den Schutz zu erhalten.

Was können Unternehmer tun, um ihre Mitarbeiter vor der Sonne zu schützen?

Es ist wichtig ist es, dass sie ihre Beschäftigten über UV-Schutzmaßnahmen informieren und Vorbild sind. Außerdem müssen Arbeitgeber eine arbeitsmedizinische Vorsorge durch den Betriebsarzt anbieten, wenn ihre Mitarbeiter und Auszubildende "Tätigkeiten im Freien mit intensiver Belastung durch natürliche UV-Strahlung von regelmäßig einer Stunde oder mehr je Tag" ausüben. Die BG BAU bietet hierzu ein Musteranschreiben an.

Darüber hinaus müssen sie eine Arbeitsanweisung ausarbeiten und diese von allen Beschäftigten unterzeichnen lassen. Auch hierzu findet sich eine Muster-Betriebsanweisung auf unserer Website.


Weitere Informationen:

  • Weißer Hautkrebs ist die häufigste Form von Hautkrebs und ein Tumor. Er entsteht bevorzugt an sonnenexponierten Körperstellen, aber nicht nur dort. Zu Beginn sieht er häufig harmlos aus und ist schmerzlos. Daher empfiehlt sich, bei jeder Art von Hautveränderungen zum Arzt zu gehen. Denn je früher weißer Hautkrebs erkannt und beseitigt wird, desto höher sind die Heilungschancen.
  • UV-Schutz: Häufig gestellte Fragen & Antworten

Prof. Frank Werner ist stellvertretender Leiter der Hauptabteilung Prävention der BG BAU.

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