| Beruf & Bildung

Betriebsbesichtigung der Holzbaujunioren

Bei den Betriebsbesichtigungen, die am Vormittag vom Geschäftsführer Matthias Dosch (4.v.l.), seiner Frau Franziska (2.v.l.) und seinem Vater Alfons (5.v.l.) auf dem Betriebsgelände der Bau-Dosch GmbH begrüßt wurden, lernten die fast 30 Jungunternehmer zwei unterschiedliche, aber jeweils erfolgreiche Arten der Betriebsführung und Betriebsausstattung kennen.

Für die Holzbaujunioren stand am 11. Juni 2026 ein besonderes Highlight auf dem Programm: Zum fünften Mal öffneten renommierte Holzbaubetriebe ihre Pforten für den potenziellen Nachwuchs der familiengeführten Zimmerer- und Holzbaubetriebe.

Diesmal waren es zwei Betriebe aus Oberbayern: die Bau-Dosch GmbH in Seefeld/Hechendorf und die Zimmerei Josef Bernlochner in Weßling/Hochstadt. Die Teilnehmer erhielten interessante Einblicke in die Arbeitsweisen und die Unternehmensphilosophien der beiden Unternehmen, die unterschiedlicher kaum sein könnten, aber deren beider Erfolg auf klaren Werten und einer langfristigen Ausrichtung basiert.

Die Bau Dosch GmbH bietet neben dem Holzbau auch Planung, Tiefbau und Hochbau an und hat sich auf den Schlüsselfertigbau spezialisiert. Den Betrieb zeichnet eine geringe Mitarbeiterfluktuation aus. Die Mehrzahlt der über 100 Beschäftigten sind dem Unternehmen über Jahre hinweg verbunden; leitende Positionen werden nach Möglichkeit mit eigenen Mitarbeitenden besetzt. Dadurch bleibe der sogenannte „Dosch-Spirit“ erhalten und wird an die nächste Generation von Führungskräften weitergegeben.

In seiner einführenden Präsentation geht Geschäftsführer Matthias Dosch (vorn stehend) auf seine Firmenphilosophie ein, die auf ein attraktives Arbeitsumfeld, Entwicklungsperspektiven und eine starke Unternehmenskultur setzt, um die Mitarbeiter langfristig an das Unternehmen zu binden.

Gleichzeitig bietet das Unternehmen seinen Mitarbeitenden vielfältige Möglichkeiten zur persönlichen und beruflichen Weiterentwicklung. Die größte Herausforderung ist laut Geschäftsführer Matthias Dosch die Gewinnung und Bindung von Mitarbeitern, die langfristig auf Baustellen tätig sein möchten.

Auch die Zukunftspläne des Unternehmens wurden vorgestellt: Geplant sind die Erweiterung des Standorts und der Ausbau des Holzbaubereichs mit eigener Abbundanlage. Darüber hinaus soll die Ausstellung vergrößert werden, um Kundinnen und Kunden noch besser beraten und begleiten zu können.

Um den Tag für die Holzbaujunioren abwechslungsreich und interessant für jeden zu gestalten, wurde bei der Auswahl der beiden Betriebe bewusst auf Kontraste gesetzt. So wurde der zweite Betrieb, die in dritter Generation geführte Zimmerei Josef Bernlochner, im Anschluss an das gemeinsame Mittagessen besucht.

Als handwerklicher Familienbetrieb mit rund zehn Mitarbeitern übernimmt die Zimmerei Josef Bernlochner klassische Zimmererarbeiten, Holzhausbau, Lohnabbund und Kranarbeiten. Das Leistungsspektrum umfasst auch komplette Modernisierungsmaßnahmen, bei denen die Kunden von einem starken regionalen Netzwerk profitieren: Zusammen mit der angrenzenden Spenglerei und Dachdeckerei Ludwig Bernlochner und einer benachbarten Schreinerei können umfassende Modernisierungsprojekte aus einer Hand koordiniert und umgesetzt werden.

Laut Juniorchef Johannes Bernlochner (1.v.l.), der die Zimmerei von seinem Vater Josef (3.v.l.) übernehmen wird, spielt die Vorfertigung von Bauteilen insbesondere bei größeren Projekten eine immer bedeutendere Rolle, um Arbeitsabläufe auf der Baustelle effizienter gestaltet und die Qualität der Ausführung weiter verbessern zu können.

Mit Blick in die Zukunft möchte der Betrieb die traditionelle Zimmerei als Kerngeschäft erhalten und den langjährigen Mitarbeiterstamm sichern. Gleichzeitig werden neue Entwicklungen aufgegriffen und ein Mitarbeiter zum Gebäudeenergieberater ausgebildet, um Kunden künftig noch umfassender beraten zu können. Darüber hinaus sollen interne Prozesse weiter optimiert werden, um den Betrieb effizient und wettbewerbsfähig für die kommenden Jahre aufzustellen.

Die beiden Besichtigungen verdeutlichten eindrucksvoll, wie die besuchten Betriebe handwerkliche Tradition, familiäre Unternehmensführung und zukunftsorientiertes Denken erfolgreich miteinander verbinden, und damit solide Grundlagen für weiteres Wachstum schaffen. Die Holzbaujunioren konnten zahlreiche spannende Eindrücke gewinnen und Einblicke in die Arbeit der erfolgreichen regionalen Unternehmen erhalten.

Das nächste Mal Treffen der Holzbaujunioren ist am 9. Oktober 2026 zum Seminar „Das 1 x 1 des Arbeitsrechts“ beim Bayerischen Zimmerer- und Holzbaugewerbetag in Lindau. Dabei geht es neben Arbeitsverhältnissen im Baugewerbe auch um aktuelle Rechtsprechung und wichtige Fallkonstellationen bei Entgeltfortzahlungsfragen.

Zurück